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Black Lives Matter

Author Veit Lindau
Date 07 Jun 2020
Black Lives Matter Blog Veit Lindau
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Dieser Artikel richtet sich explizit an Weiße. DU bist wichtig!
Ich hätte niemals gedacht, dass ich einen Blogbeitrag so beginne, aber wir haben gerade eine reale Chance, dazu zu lernen und aufzuwachen.
Hast du bereits mein Video über postreligiöse Spiritualität und Integration gesehen? Wenn nicht, möchte ich dich einladen, es hier anzuschauen und dann weiter zu lesen:.

Im Reaktion auf das Video erhielten wir viele Fragen:
Was kann ich als Einzelne:r denn tun, um die Wunde des Rassismus zu heilen?
Damit beschäftigt sich dieser Artikel. Wir haben dir konkrete Ansätze zusammengestellt, die wir alle, die wir nicht Schwarz sind, tun bzw. beachten können. Wir wenden sie für uns auch an.
Vor allem: Lass deinen Stolz los. Realisiere, dass wir alle eine sehr begrenzte Sicht auf das Leben haben. Verpflichte dich, zuzuhören und dazu zu lernen. 
  1. Jeder Mensch in unserem Kulturkreis ist rassistisch. Das macht dich nicht zu einem bösen Menschen. Rassismus ist nicht nur das, was Nazis machen. Rassismus ist strukturell, das heißt, wir alle haben Rassismus internalisiert.
  2. Höre Schwarzen Menschen und POC, People of Color, zu. Lauschen ihnen und ihren Erfahrungen. Wenn sie etwas als rassistisch empfinden, du aber nicht, dann haben sie sehr wahrscheinlich Recht. Wenn du ihnen lauschst: Zwinge sie nicht, traumatische Erfahrungen immer und immer wieder zu wiederholen, um dir zu beweisen, dass es Rassismus auch in Europa überhaupt gibt.
  3. Wenn du sagst: Alle Menschen sind gleich oder Ich sehe keine Hautfarbe, dann meinst du bestimmt, dass das so sein sollte. Tatsächlich weigerst du dich so aber, zu sehen, dass Schwarze Menschen und People of Color Rassismuserfahrungen machen.
  4. Beschäftige dich bewusst mit der Frage: Welche Privilegien genieße ich seit meiner Geburt völlig selbstverständlich, die anderen Bevölkerungsgruppen nicht zur Verfügung stehen? Wir empfehlen dir dazu dieses Video.
  5. Frag eine Schwarze Person nicht, wo sie herkommt. Wenn sie es dir sagen möchte, wird sie es tun. Wenn sie sagt, sie kommt aus Bielefeld, frag bitte nicht: Wo kommst du denn wirklich her? Du signalisierst damit, dass sie nicht aus Deutschland/Schweiz/Österreich kommen kann, weil sie Schwarz ist. Vielleicht meinst du es gar nicht böse, sondern interessierst dich wirklich sehr für andere Länder, doch diese Person hat genau diese Frage bestimmt schon unendlich oft beantworten müssen, also schon unendlich oft das Signal bekommen: Du gehörst hier nicht her.
  6. Überprüfe, welche Bücher du liest, Filme du schaust, Musik du hörst. Wessen Geschichten gibst du Raum in deinem Leben? Sind es vorwiegend weiße Menschen? Wie viele Bücher von Schwarzen Autor:innen hast du z.B. im letzten Jahr gelesen?
  7. Hören, Lernen, Verbessern. Bilde dich zum Thema weiter. Lies Bücher, höre Podcasts, schaue Filme. Benutze aber nicht jede Schwarze Person als Expert:in zum Thema. Nicht alle Schwarzen Personen erfahren das Leben gleich, nur weil sie Schwarz sind. Genauso wie nicht alle weißen Menschen die gleichen Erfahrungen machen, nur weil sie weiß sind. Lies bzw. höre das Buch exit RACISM von Tupoka Ogette. Auf Spotify ist es sogar kostenlos zu hören. Sehr empfehlenswert.
  8. Akzeptiere, dass du Fehler machen wirst. Wenn das passiert, verliere dich nicht in Schuld und Entschuldigungen, sondern sieh, dass es passiert ist, entschuldige dich und mache es dann besser.
  9. Wenn jemand in deiner Umgebung rassistische Witze macht, sprich es an. Das geht ganz leicht, indem du fragst: Das verstehe ich nicht. Kannst du mir den Witz erklären?
  10. Wenn jemand rassistische Kommentare macht: Schreite ein.
  11. Steck dir dein Ego weg und gehe für Frieden. „Ja, es tut weh, das zu hören. Ja, ich möchte manchmal hören, dass ich ein:e gute:r Weiße bin.“
  12. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass es an der Reihe ist, konkrete Schritte zu gehen für konkrete Veränderung. Lasst es uns gemeinsam tun.
  13. Nutze deine Suchmaschine. Wenn du unsicher bist, belies dich. Wenn du Begriffe nicht kennst, schaue sie nach.
Eine kleine Notiz, für alle, die jetzt denken/sagen/schreiben: Aber was ist mit… zum Beispiel Diskriminierung von Jüd:innen/Flüchtlingen/mir… 
Ja, all diese Themen sind wichtig, unentbehrlich. Doch jetzt gerade geht es besonders um Anti-Schwarze Diskrimierung. Jegliches MEHR an Gerechtigkeit kommt uns allen zugute und natürlich besonders Menschen, die Diskriminierung erleben.
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Noch mehr

Wenn du sagst: Toll, ich will richtig aktiv werden und ich möchte Geld spenden.
Hier sind Organisationen und Vereine, die sich gegen Rassismus und für Gerechtigkeit in Deutschland stark machen. Wir selbst spenden, im Namen von homodea, an jede dieser Institutionen 800 €. Bitte setze auch du ein Zeichen. Jeder Beitrag macht einen Unterschied.

ISD-Bund e.V.

ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen Schwarzer Menschen in Deutschland zu vertreten und für Gerechtigkeit in der Migrationsgesellschaft einzustehen.
Sie zeigen rassistische Diskriminierung, Benachteiligungen und Ausbeutung auf und bekämpfen sie.
Sie bieten Räume und Aktivitäten für Schwarze Kinder und Jugendliche.
Sie fördern politische, Schwarze Projekte.
Sie treten für eine anti-rassistische Haltung in allen gesellschaftlichen Bereichen ein.

Each One Teach One | EOTO e.V.

Ein Community-basiertes Bildungs- und Empowerment-Projekt in Berlin.
Im Jahr 2012 gegründet, eröffnete der Verein im März 2014 als Kiez-Bibliothek seine Türen und ist seither ein Ort des Lernens und der Begegnung. EOTO e.V. setzt sich für die Interessen Schwarzer, Afrikanischer und Afrodiasporischer Menschen in Deutschland und Europa ein.

Black Lives Matter

gibt es in vielen Ländern und Städten.
Black Lives Matter in Berlin | Klicke hier.
Sie schreiben: Wir wollen uns gemeinsam, nachhaltig und liebevoll organisieren, um für die Freiheit und Gerechtigkeit Schwarzer Menschen in Deutschland einzutreten. Unsere Arbeit zielt bewusst darauf ab, eine Schwarze Gemeinschaft im Kampf gegen Rassismus und Deprivilegierung zu formieren und zu fördern, die sich ihrer Geschichte bewusst ist und nicht die selben Unterdrückungsmechanismen gegeneinander anwendet.
Spenden kannst du hier.
Diese Spenden gehen oft direkt in die USA an Hinterbliebene von Schwarzen Opfern rechter Polizeigewalt oder an Demonstrant:innen.

Amadeu-Antonio-Stiftung

Ziel der Amadeu Antonio Stiftung ist die Stärkung einer demokratischen Zivilgesellschaft, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet.
Lasst uns gemeinsam einen Unterschied machen.
Andrea und Veit